Herzlich willkommen beim Fleischerverband Hessen



 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, mich bei Ihnen im Namen des Vorstandes, aber auch ganz persönlich, erneut für die Unterstützung und die sehr angenehme und konstruktive Zusammenarbeit herzlich zu bedanken. Der Einsatz für den Fleischerverband Hessen macht Freude, weil man fast ständig die große Übereinstimmung der Kolleginnen und Kollegen mit der geleisteten Arbeit und den Aktivitäten verspürt und sich auf die Rückendeckung der Verantwortlichen im Ehrenamt verlassen kann. Um diesen Grundkonsens beneiden uns Hessen andere Landesinnungsverbände.

 

Im Rückblick war 2016 für fast alle ein äußerst arbeitsintensives Jahr und die Zeit scheint nur so verflogen zu sein – für Sie in Ihren  Betrieben,  aber auch  für unseren Landesverband. Viel  Zeit  zum  Nachdenken ist nicht geblieben und in der Rückschau ist man überrascht, was alles passiert ist.

 

Zunächst hatten wir ein IFFA-Jahr. Das ist gerade für uns Hessen immer etwas Besonderes und bindet einen großen Teil der Arbeitsleistung von Haupt- und Ehrenamt im ersten Halbjahr. Auch wenn manche Kollegen sagen, die Frankfurter Messe sei zu groß, zu industrieorientiert, zu international und nichts für kleine Betriebe: die IFFA setzt Maßstäbe und zeigt Zukunftstrends, an denen keiner vorbei kommt - ob es gefällt oder nicht.

 

Die IFFA im Mai 2016 in Frankfurt hat wieder alle Rekorde gebrochen und daran waren wir nicht ganz unbeteiligt. Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich vor Ort informiert, haben ihre Produkte zu den Wettbewerben eingesandt und viele waren als Prüfer im Einsatz. Auch die Beteiligung an der FSK-Urkunden-verleihung durch den hessischen Landtagspräsident Norbert Kartmann war überaus erfreulich. Dass ein hessischer Betrieb dann bei den ganzen Wettbewerben erneut auch noch IFFA-Champion geworden ist, darauf waren wir sehr stolz.

 

Als Verantwortlicher im DFV-Präsidium war ich bereits im Vorfeld im Einsatz bei Produktprüfungen in Russland und Amerika und auf der IFFA beim Internationalen Metzgermeisterverband und der Betreuung von Delegationen aus Fernost. Für mich ist es immer wieder beeindruckend, mit welch hoher Wertschätzung man in aller Welt dem deutschen Fleischerhandwerk begegnet, während es im eigenen Land an dieser Wertschätzung oft mangelt. Irgendetwas stimmt da nicht. Unser Image darf nicht vom Zeitgeist politischer Randgruppen der Bundes- und der Landespolitik oder den Marketingaktivitäten der Ernährungsindustrie bestimmt werden. Dagegen müssen wir uns wehren und Flagge zeigen.

 

Eine gute Gelegenheit dazu hatten wir als Landesverband Hessen erneut beim Sommerfest in der Hessischen Landesvertretung in Berlin. Wir konnten das heimische Fleischerhandwerk gegenüber den mehr als 2.000 Politikern aus Bund und Land und den Medien stolz und selbstbewusst präsentieren und haben dabei sehr viele Sympathiebekundungen erhalten. Dies galt nicht nur für den obligatorischen Fleischwurstteller für die Kanzlerin, sondern vor allem für die politische Netzwerkarbeit in Gesprächen am Rande der Veranstaltung.

 

Eine hervorragende Imagearbeit für das hessische Fleischerhandwerk haben bereits zu Jahresbeginn die nordhessischen Innungen mit ihrer Blut- und Leberwurstmeisterschaft geleistet. Die große Resonanz in der Bevölkerung und in den Medien ist anlässlich des Deutschen Fleischer-Verbandstages in Saarbrücken mit dem Rudolf-Kunze-Preis gewürdigt worden. Hessische Innungen sind offensichtlich seit Jahren für diese hohe Auszeichnung ihrer Öffentlichkeitsarbeit abonniert.

 

Der hessische Fleischerverbandstag war dagegen von der Sacharbeit bestimmt. Der 2015 im Amt bestätigte oder neugewählte Vorstand konnte den Delegierten eine erfolgreiche Amtsführung und eine solide Haushaltslage präsentieren. An den Diskussionen und einvernehmlichen Beschlüssen wurden das konstruktive Engagement im Ehrenamt und der ausgeprägte Zusammenhalt im Landesverband erneut deutlich. Zentrales Sach-thema waren die neuen gesetzlichen Anforderungen zur Einführung manipulationssicherer Waagen- und Kassensysteme, deren Übergangsfrist zum 31. Dezember 2016 endet.

 

Im September hat der Landesleistungswettbewerb erstmals unter der Leitung des neugewählten Lehrlingswartes an der Käthe-Kollwitz-Schule in Marburg stattgefunden. Zwar ist aus dem Wettbewerb nicht wie in 2015 später ein Sieger beim Bundesleistungswettbewerb hervorgegangen, aber zumindest bei den Fleischern wurde der Schritt auf das Siegertreppchen nur hauchdünn verfehlt. Das traditionell überdurchschnittlich gute Abschneiden  der  hessischen  Vertreter beim


Bundesleistungswettbewerb ist  das Ergebnis der dauerhaft soliden Arbeit des Berufsbildungsausschusses und zählt sicherlich zu den Aktivposten der Verbandsarbeit.

 

Ein herausragendes Ereignis für mich ganz persönlich war die Wiederwahl in das Präsidium des Deutschen Fleischer-Verbandes beim Bundesverbandstag in Saarbrücken und die dortige Wahl zum Vizepräsidenten. Im DFV-Präsidium habe ich das Amt des Schatzmeisters übernommen und bin damit auch zuständig für die Organisationsreform, die neue Impulse erhalten soll. Weiterhin in mein Aufgabengebiet fallen der Internationale Metzgermeisterverband und die Auslandskontakte. Mit der Neuwahl von drei der fünf ehrenamtlichen Präsidiumsmitglieder wurden von den Delegierten ganz deutlich die Weichen für die Zukunft gestellt.

 

Auch in Hessen ist der Blick nach vorn gerichtet. Die Anzahl der hessischen Betriebe ist im abgelaufenen Jahr wegen Erreichens der Altersgrenze der Inhaber und fehlender Nachfolger erneut zurückgegangen, während sich andere Kolleginnen und Kollegen vor Arbeit kaum retten konnten. Die Betriebe waren oft über die Maßen ausgelastet. Wirtschaftlicher Erfolg ging wegen des Mangels an geeigneten Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Berufsnachwuchs nicht selten zu Lasten des eigenen Arbeitseinsatzes und persönlichem Verzicht. Dem entgegenzuwirken wird die herausragende Aufgabe aller Mitglieder, Innungen und des Verbandes auch im kommenden Jahr bleiben.

 

Auf der Agenda für das Frühjahr 2017 stehen bereits die Sitzung des hessischen Gesamtvorstandes Ende Januar und die Neuaufnahme der Tarifverhandlungen mit der NGG Mitte Februar. Nach Scheitern eines neuen Tarifabschlusses Anfang des Jahres hat der Landesverband Hessen die Gespräche mit der Gewerkschaft wieder aufgenommen und ist zuversichtlich, bei den neuen Verhandlungen zu einem vernünftigen Abschluss zu kommen. Auf der Tagesordnung des Gesamtvorstandes steht unter anderem die Reform der Freiwilligen Selbstkontrolle, zu welcher ein neues Konzept beraten und beschlossen werden soll.

 

Der kurze und nur unvollständige Abriss macht die Bandbreite unserer Aktivitäten deutlich. Wir arbeiten alle auf einem hohen Niveau, in den hessischen Betrieben und im Landesinnungsverband. Ich möchte allen für die gute Zusammenarbeit danken, auf deren Fortsetzung in 2017 ich mich freue.

 

Ich wünsche Ihnen noch ein gutes Weihnachtsgeschäft. Danach wünsche ich Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gesegnetes Weihnachtsfest, und vielleicht doch ein wenig Zeit zur Entspannung und Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge. Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen vor allem Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg.

 

Ihr

Eckhart Neun

Landesinnungsmeister